La Balanguera: Die offizielle Hymne Mallorcas

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La Balanguera Hymne


La Balanguera erklingt bei offiziellen Anlässen, bei kulturellen Festen oder sportlichen Ereignissen. Für viele Mallorquiner ist es ein emotionaler Moment, wenn diese Hymne gespielt wird – ein Lied, das Vergangenheit und Zukunft auf poetische Weise verbindet.
Diese Hymne ist nicht nur Musik, sondern Ausdruck der Geschichte, der Identität und des Geistes des mallorquinischen Volkes.

Ursprung des Gedichts

Der Text von La Balanguera stammt von Joan Alcover i Maspons (1854–1926), einem der bedeutendsten Dichter Mallorcas. Das Gedicht erschien 1909 in seinem Werk Poemes bíblics i morals. Alcover wählte das Bild der balanguera, einer Spinnerin, die Fäden spinnt und verknüpft. Sie sammelt die Vergangenheit ein, verwebt sie mit der Gegenwart und bereitet damit den Weg für die Zukunft.

Die Musik

Der Text: Mallorquinisch und Deutsch

Die Vertonung übernahm Amadeu Vives (1871–1932), ein katalanischer Komponist und Mitbegründer des berühmten Orfeó Català in Barcelona. Durch die Verbindung von Alcovers Poesie mit Vives’ Musik entstand ein feierliches, emotionales Lied, das bald zu den bekanntesten Melodien Mallorcas zählte.

Seit wann offizielle Hymne?

Obwohl das Lied bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts sehr populär war, erklärte das Parlament der Balearen La Balanguera erst im Jahr 1996 offiziell zur Hymne Mallorcas. Seitdem wird es bei offiziellen Feierlichkeiten, kulturellen Veranstaltungen und festlichen Anlässen gespielt.

Mallorquin (Original):
La Balanguera misteriosa,
com una aranya d’art subtil,
fila que fila sa filosa,
i de la vida treu el fil.

Cap al demà, que ens crida,
del passat trena l’heretat,
la Balanguera fila, fila,
la Balanguera filarà.

Com una parca bé cavil·la
que trenarà la vida al jorn,
i que de l’aire fa mantilla,
i de la mort treu el retorn.

Cap al demà, que ens crida,
del passat trena l’heretat,
la Balanguera fila, fila,
la Balanguera filarà.

De tradicions i d’esperances
teixeix la xarxa pel jovent,
com qui fa llenços i fa danses
amb cabelleres d’or i d’argent.

Cap al demà, que ens crida,
del passat trena l’heretat,
la Balanguera fila, fila,
la Balanguera filarà.

Jaume MIr ¨La Balanguera"

Deutsch (Übersetzung):
Die geheimnisvolle Balanguera,
wie eine Spinne von feiner Kunst,
spinnt und spinnt ihr Spinnrad
und zieht den Faden aus dem Leben.

Hin zur Zukunft, die uns ruft,
aus der Vergangenheit flicht sie das Erbe,
die Balanguera spinnt und spinnt,
die Balanguera wird weiterspinnen.

Wie eine Parze denkt sie weise,
die das Leben des Tages verwebt,
die aus der Luft ein Schleierkleid fertigt,
und aus dem Tod die Rückkehr zieht.

Hin zur Zukunft, die uns ruft,
aus der Vergangenheit flicht sie das Erbe,
die Balanguera spinnt und spinnt,
die Balanguera wird weiterspinnen.

Aus Traditionen und aus Hoffnungen
webt sie das Netz für die Jugend,
wie jemand, der Leinwände und Tänze formt
aus goldenen und silbernen Haaren.

Hin zur Zukunft, die uns ruft,
aus der Vergangenheit flicht sie das Erbe,
die Balanguera spinnt und spinnt,
die Balanguera wird weiterspinnen.

Bedeutung und Symbolik

Die Figur der Spinnerin ist eine Metapher für die Verbindung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Sie erinnert an das Schicksal, an die Generationen, die kommen und gehen, und daran, dass jede Zeit auf den Fäden der vorherigen aufbaut. Damit wird die Hymne zu einem Symbol der Erinnerung, der Hoffnung und der Kontinuität Mallorcas.

Bild: Skulptur von Jaume Mir, die La Balanguera darstellt, gelegen im Garten des Kulturzentrums La Misericòrdia in Palma.

Mallorcas UNESCO-Welterbe

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Die Serra de Tramuntana – ein Meisterwerk der Kulturlandschaft
Seit 2011 gehört die Serra de Tramuntana, das beeindruckende Gebirge im Nordwesten Mallorcas, zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Auszeichnung wurde nicht nur wegen der landschaftlichen Schönheit verliehen, sondern vor allem für das Zusammenspiel von Natur und jahrhundertealter Kultivierung durch den Menschen. Terrassierte Felder, Trockensteinmauern, ausgeklügelte Bewässerungssysteme, Olivenhaine und kleine Bergdörfer wie Deià, Valldemossa oder Fornalutx machen dieses Gebiet einzigartig.

Die Insel bietet eine beeindruckende Vielfalt an kulturellen und natürlichen Schätzen, von denen einige von der UNESCO als Welterbe anerkannt wurden. Diese Auszeichnungen unterstreichen den Wert und die Einzigartigkeit des mallorquinischen Erbes. Wer Mallorca auf einer organisierten Exkursion kennenlernen möchte, sollte sich diese Schätze nicht entgehen lassen.

Auf geführten Exkursionen lernt man nicht nur die Natur, sondern auch die Geschichte und Lebensweise der Einheimischen kennen.

Mallorcas UNESCO-Welterbe – mehr als nur die Serra de Tramuntana

Die Sibilla – ein lebendiges immaterielles Erbe

Ein weiterer Schatz Mallorcas ist immateriell: Der Gesang der Sibilla. Seit 2010 gehört dieses mittelalterliche Ritual zum immateriellen Weltkulturerbe der UNESCO. Es handelt sich um einen liturgischen Gesang, der am Heiligabend während der Mitternachtsmesse in den Kirchen der Insel vorgetragen wird. Dabei kündigt eine als Prophetin verkleidete Person (oft ein Kind) in mallorquinischer Sprache das Jüngste Gericht an.

Der Ursprung des Liedes reicht bis ins 10. Jahrhundert zurück. Während es auf dem Festland Spaniens und in Europa im Laufe der Zeit verboten wurde, konnte sich die Tradition auf Mallorca ununterbrochen erhalten. Der Besuch einer Mitternachtsmesse mit Sibilla-Gesang ist ein tief bewegendes Erlebnis, das Spiritualität, Geschichte und Kultur in einzigartiger Weise vereint.

Weitere UNESCO-Auszeichnungen – Trockensteinmauern

Nicht nur die Serra de Tramuntana selbst ist UNESCO-Weltkulturerbe – auch die Technik des Trockenmauerbaus („Pedra en sec“) wurde 2018 in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Diese Bauweise, bei der ohne Mörtel kleine Mauern entstehen, hat in der mallorquinischen Landschaft eine jahrhundertelange Tradition. Sie dienten zur Begrenzung von Feldern, zur Wasserführung und als Schutz gegen Erosion. Viele geführte Ausflüge in ländliche Gebiete zeigen die Kunstfertigkeit dieser einfachen, aber äußerst funktionalen Mauern.

Bewahrung und Nachhaltigkeit

Die UNESCO-Welterbestätten auf Mallorca erinnern daran, wie wichtig der Schutz und die nachhaltige Nutzung unseres kulturellen und natürlichen Erbes ist. Viele lokale Initiativen und Gemeinden arbeiten daran, dieses Erbe zu bewahren, sei es durch Restaurierungsprojekte, nachhaltigen Tourismus oder kulturelle Veranstaltungen.


Mallorca bietet weit mehr als nur Badeurlaub. Die Insel ist reich an Geschichte, Spiritualität, Natur und Handwerkskunst – Aspekte, die durch die Anerkennung der UNESCO gewürdigt werden. Eine geführte Exkursion zu diesen besonderen Orten ermöglicht nicht nur ein tieferes Verständnis für die Insel, sondern macht die Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Ob beim Wandern durch die Tramuntana, beim Hören des Sibilla-Gesangs an Weihnachten oder beim Betrachten der kunstvollen Trockenmauern – Mallorca überrascht immer wieder mit seiner kulturellen Tiefe. Wer die Insel wirklich kennenlernen will, sollte sich die Zeit nehmen, ihr Erbe zu entdecken.

Die Ensaimada von Mallorca : Geschichte, Tradition und Genuss

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Einsaimada Mallorca Ausflüge

Die Ensaimada de Mallorca ist weit mehr als nur ein typisches Gebäck – sie ist eines der bekanntesten kulinarischen Symbole der Baleareninsel. Ihre unverwechselbare Spiralform, die zarte, blättrige Textur und ihr feiner Geschmack machen sie zu einem Aushängeschild der mallorquinischen Kultur. Seit 2003 trägt die Ensaimada die geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.).

Herkunft des Namens

Der Name „Ensaimada“ stammt vom mallorquinischen Wort saïm, was Schweineschmalz bedeutet. Dieses Fett ist ein zentrales Element in der Herstellung und verleiht dem Gebäck seinen charakteristischen Geschmack. Erste schriftliche Erwähnungen der Ensaimada stammen aus dem 17. Jahrhundert, was auf eine lange Tradition hinweist. Auch wenn manche den Ursprung aufgrund der spiralförmigen Form im arabischen Raum vermuten, spricht die Verwendung von Schweineschmalz klar gegen einen islamischen Ursprung.

Zutaten und Zubereitung

Das traditionelle Rezept ist einfach: Weizenmehl, Wasser, Zucker, Eier, Sauerteig und Schweineschmalz (saïm). Doch der Erfolg liegt im handwerklichen Können des Bäckers. Der Teig wird sorgfältig bearbeitet, ruht und fermentiert langsam – oft mehr als 12 Stunden –, um die luftige Textur zu erreichen. Danach wird der Teig hauchdünn ausgerollt, mit Schmalz bestrichen, eingerollt und spiralförmig geformt. Anschließend wird er goldbraun gebacken.

Geschützte Ursprungsbezeichnung

Die Ensaimada trägt das Gütesiegel „Ensaimada de Mallorca“, das garantiert, dass sie nach traditionellen Methoden ausschließlich auf der Insel hergestellt wird. Diese Ursprungsbezeichnung regelt Zutaten, Herstellungsprozess und Präsentation. Nur Ensaimadas, die auf Mallorca unter Einhaltung dieser Regeln produziert wurden, dürfen dieses Siegel tragen – ein Schutz gegen billige Imitate.

Verpackung und Transport

Ein vertrauter Anblick am Flughafen von Palma sind die runden oder sechseckigen weißen Kartons mit blauen oder roten Verzierungen, die Touristen mit sich tragen. Diese speziellen Schachteln sind so entworfen, dass die Ensaimada heil an ihrem Zielort ankommt. Es gibt große Formate zum Teilen sowie kleinere Einzelportionen.

Klassische, moderne und herzhafte Füllungen

Die traditionelle Ensaimada ist llisa – also ungefüllt. Doch mit der Zeit entstanden viele Varianten. Eine der beliebtesten ist mit Engelshaar (einer Kürbiskonfitüre) gefüllt.

Ensaimada de Tallades

Eine besondere Variante ist die Ensaimada de Tallades, die vor allem zur Zeit des Karnevals (Sa Rua) zubereitet wird. Sie wird mit Sobrasada und Stücken von kandiertem Kurbis belegt, bevor sie in den Ofen kommt. Durch das langsame Backen verschmelzen süße und herzhafte Aromen – eine einzigartige Kombination, die sich durch kräftigen Geschmack und rustikalen Charakter auszeichnet. Für mich ist sie die leckerste von allen.

Ein mallorquinisches Symbol

Die Ensaimada ist mehr als ein Gebäck – sie ist Teil der Identität Mallorcas. Sie gehört zu Familienfesten, wird bei Volksfesten gereicht und ist ein beliebtes Mitbringsel. Ihr handwerkliches Können und ihr Geschmack werden von Generation zu Generation weitergegeben.

Eine Ensaimada mit Kaffee oder heißer Schokolade zu genießen, bedeutet, ein Stück mallorquinische Geschichte und Kultur zu erleben – ganz durch den Gaumen.

Die Balearischen Schleuderer : Krieger der Antike

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Graffiti in der Altstadt Palma

Die Balearischen Inseln sind nicht nur für ihre beeindruckende Landschaft und ihre Strände bekannt, sondern auch für eine ihrer berühmtesten historischen Figuren: den Balearischen Schleuderer. Diese berüchtigten Krieger waren für ihre außergewöhnliche Fähigkeit im Umgang mit der Schleuder bekannt und spielten eine bedeutende Rolle in verschiedenen antiken Armeen.

Herkunft und Ausbildung

Die Kunst des Schleuderns wurde auf den Balearen von Generation zu Generation weitergegeben. Bereits in der Kindheit begannen die Jungen mit dem Training, indem ihre Eltern ihnen das Essen erst gaben, nachdem sie es mit der Schleuder getroffen hatten. Auf diese Weise entwickelten sie früh eine bemerkenswerte Präzision und Kraft. Die Schleuder war für sie nicht nur eine Waffe, sondern ein essenzielles Werkzeug zum Jagen und Verteidigen.

Die Schleuder konnte unterschiedlich lang sein. Mit ihr konnten Steine mit hoher Geschwindigkeit und extremer Genauigkeit geworfen werden. Sie trugen stets drei Schleudern bei sich: eine kurze für kurze Distanzen, eine mittellange für mittlere Entfernungen und eine lange Schleuder für maximale Reichweite. Mit ihrer Technik konnten sie Geschosse mit einer Geschwindigkeit von bis zu 200 km/h abfeuern und Entfernungen von mehr als 150 Metern erreichen.

Rolle in der Antike

Die Balearischen Schleuderer waren als Söldner in vielen Armeen sehr begehrt. Sie dienten unter anderem in den Armeen Karthagos, insbesondere während der Punischen Kriege gegen Rom. Hannibal, der berühmte karthagische Feldherr, setzte sie in seiner Armee ein, als er über die Alpen marschierte, um Italien anzugreifen. Ihre Schleuderattacken konnten feindliche Soldaten auf große Distanz verwunden oder töten und sogar Schilde und Rüstungen durchdringen.

Auch die Römer erkannten ihren Wert und integrierten sie später in ihre eigenen Legionen als Fernkampfspezialisten. Obwohl Rom die Balearen eroberte, behielten die Inselbewohner ihre traditionelle Kriegerkultur und setzten ihre Fähigkeiten weiterhin in verschiedenen Konflikten ein.

Bedeutung und Vermächtnis

Die Balearischen Schleuderer hinterließen ein bleibendes Erbe in der Militärgeschichte. Sie gelten als einige der gefährlichsten Fernkämpfer der Antike. Ihre Techniken und ihre berühmte Präzision wurden in zahlreichen historischen Texten überliefert.

Heute erinnern verschiedene archäologische Funde auf den Balearen an die Tradition der Schleuderer. In Museen und historischen Ausstellungen kann man Nachbildungen ihrer Waffen und Geschosse sehen. Zudem gibt es auf den Balearen noch immer Feste und Vorführungen, die die Tradition der Schleuderer am Leben erhalten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Balearischen Schleuderer eine einzigartige und faszinierende Rolle in der antiken Kriegskunst spielten. Ihre Fähigkeiten machten sie zu gefürchteten Kriegern und hinterließen ein beeindruckendes Erbe, das bis heute auf den Balearen fortbesteht.

Um diese Tradition zu bewahren, wurden die Federación Balear de Tiro de Honda und der Club de Tiro Hondero Balear gegründet. Diese Organisationen setzen sich dafür ein, die alte Technik des Schleuderns zu erforschen, zu bewahren und zu fördern. Sie organisieren Wettkämpfe, Schulungen und Demonstrationen, um die Kunst des Schleuderwerfens lebendig zu halten und einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dadurch bleibt das Erbe der Balearischen Schleuderer auch in der modernen Zeit erhalten.