Der Monat Dezember wird in Ländern mit christlicher Mehrheit mit Weihnachten, der Geburt Jesu Christi, sowie mit Festtagen und Freude verbunden. Es ist die Zeit der weihnachtlichen Feierlichkeiten, des Heiligen Abends und des Weihnachtsfestes, und man steht kurz davor, den Kalender von 2025 auf 2026 umzustellen.
Im vergangenen Jahr habe ich den letzten Beitrag der Feier des Jahreswechsels in Palma und auf Mallorca gewidmet. In diesem Jahr werde ich ihn ebenfalls einem besonderen Tag dieses Monats widmen, und es ist weder der 24. noch der 25. Dezember. Obwohl das Thema nicht mit den Weihnachtsfeiertagen verbunden ist, steht es dennoch in Beziehung zur Geburt Jesu Christi. Dieser Beitrag ist dem Tag gewidmet an dem in Spanien und in anderen spanischsprachigen Ländern der Tag der «Santos Inocentes» gefeiert wird, was wörtlich übersetz der Tag der Unschuldigen bedeutet.
Von seinem ursprünglich eher traurigen Ursprung hat sich dieser Tag zu einem Anlass entwickelt, an dem man anderen Menschen Streiche spielt. Daher auch der Titel des Beitrags April im Dezember, denn der 27. Dezember ist mit dem 1. April in anderen Ländern vergleichbar. Es ist der Tag, an dem Täuschungen gegenüber Freunden und geliebten Menschen sowie Scherze, die an jedem anderen Tag des Jahres missbilligt würden, gesellschaftlich akzeptiert sind. Es ist der große Tag für die Spaßvögel, für diejenigen, die gerne über alles und jeden lachen.
Der traurige Ursprung des Tages der Unschuldigen Kinder
Der Tag der Unschuldigen Kinder hat seine Wurzeln in einer biblischen Begebenheit, die im Evangelium nach Matthäus geschildert wird. König Herodes, aus Angst, nach der Nachricht von der Geburt des „Königs der Könige“ in Bethlehem seinen Thron zu verlieren, ordnete die Tötung aller Kinder unter zwei Jahren in dieser Stadt an.
Die katholische Kirche führte dieses Datum als religiösen Gedenktag ein, um diese gemarterten Kinder zu ehren, die als die Unschuldigen Kinder bekannt sind.
Die Streiche am Tag der Unschuldigen Kinder sind eine Verschmelzung des biblischen Ereignisses mit alten heidnischen Festen der Rollenumkehr, wie den römischen Saturnalien – Feiern, bei denen die sozialen Rollen vertauscht wurden und Sklaven und Herren ihre Plätze tauschen konnten, begleitet von Ausschweifung und Vergnügen – sowie dem mittelalterlichen Narrenfest, bei dem Unordnung, Verkleidung und der Spott über die Autorität erlaubt waren. So wurde ein ursprünglich feierlicher Gedenktag in einen Tag des Humors und der harmlosen Täuschung verwandelt.
So wurde der «Santos Inocentes» Tag zu einem Tag, an dem man Streiche spielt, sich über den Ernst des Alltags lustig macht und die „Unschuld“ auf spielerische Weise feiert.
Die Streiche symbolisieren die „Unschuld“ derjenigen, die sie erleiden.
Als ich zur Schule ging – das ist schon einige Jahre her, sogar Jahrzehnte –, klebten wir, um uns über unsere Mitschüler lustig zu machen, ohne dass sie es bemerkten, eine Papierfigur in Form einer Person (Symbol der Inocentadas) auf ihren Rücken. Diese „Figur“ wanderte durch das Klassenzimmer und die Schule und war Anlass für Gelächter, ohne dass die Betroffenen den Grund dafür kannten.
Heutzutage pflegen die Jugendlichen in den Dörfern Mallorcas Streiche wie zum Beispiel, einen Dorfplatz mit Stroh zu bedecken. Auch die Zeitungen spielen ihren Lesern manchmal einen Streich, indem sie eine erfundene Nachricht veröffentlichen. Ich erinnere mich an ein Jahr, als am 18. Oktober 1982 eine Fähre auf Felsen nahe dem Hafen von Palma auflief. Das zog Neugierige an wie Käse die Mäuse. Im selben Jahr, am 27. Dezember, berichtete eine Lokalzeitung, dass eine weitere Fähre an genau derselben Stelle auf Grund gelaufen sei. Einer der ersten Neugierigen, die sich das ansehen wollten, war mein Vater, der jedoch ohne die „Belohnung“, es gesehen zu haben, zurückkam. Da heutzutage die Realität die Fiktion oft übertrifft, geben die Zeitungen einem Tag danach gewöhnlich bekannt, welche Nachricht am Vortag erfunden war.
Wenn der Betroffene erkennt, dass er Opfer eines Scherzes geworden ist, oder um ihm zu seigen, dass er gerade Ziel eines harmlosen Streichs ist sagt man ihm: „Inocente, Inocente !“.
Und jetzt , wo Sie wissen, dass man sich am «Día de los Inocentes» nicht verlassen kann, weder auf Freunde noch auf Arbeitskollegen, Nachbarn, die Presse- oder nicht einmal auf diesen Betrag – bleibt nur noch eines zu sagen, lieber Leser: Inocente, Inocente !!
Der Tag der Unschuldigen ist nämlich nicht der 27. sonder der 28. Dezember – ein Tag der uns daran erinnert dass ein guter Scherz (ohne böse Absichten) die Menschen mehr verbindet als tausend ernste Nachrichten,
Also am 28. Dezember , lachen Sie mit, teilen Sie den Spass und trauen Sie lieber allem und jedem ein kleines biscchen weniger.


























