April im Dezember

Der Monat Dezember wird in Ländern mit christlicher Mehrheit mit Weihnachten, der Geburt Jesu Christi, sowie mit Festtagen und Freude verbunden. Es ist die Zeit der weihnachtlichen Feierlichkeiten, des Heiligen Abends und des Weihnachtsfestes, und man steht kurz davor, den Kalender von 2025 auf 2026 umzustellen.

Im vergangenen Jahr habe ich den letzten Beitrag der Feier des Jahreswechsels in Palma und auf Mallorca gewidmet. In diesem Jahr werde ich ihn ebenfalls einem besonderen Tag dieses Monats widmen, und es ist weder der 24. noch der 25. Dezember. Obwohl das Thema nicht mit den Weihnachtsfeiertagen verbunden ist, steht es dennoch in Beziehung zur Geburt Jesu Christi. Dieser Beitrag ist dem Tag gewidmet an dem in Spanien und in anderen spanischsprachigen Ländern der Tag der «Santos Inocentes» gefeiert wird, was wörtlich übersetz der Tag der Unschuldigen bedeutet.

Von seinem ursprünglich eher traurigen Ursprung hat sich dieser Tag zu einem Anlass entwickelt, an dem man anderen Menschen Streiche spielt. Daher auch der Titel des Beitrags April im Dezember, denn der 27. Dezember ist mit dem 1. April in anderen Ländern vergleichbar. Es ist der Tag, an dem Täuschungen gegenüber Freunden und geliebten Menschen sowie Scherze, die an jedem anderen Tag des Jahres missbilligt würden, gesellschaftlich akzeptiert sind. Es ist der große Tag für die Spaßvögel, für diejenigen, die gerne über alles und jeden lachen.

Der traurige Ursprung des Tages der Unschuldigen Kinder

Der Tag der Unschuldigen Kinder hat seine Wurzeln in einer biblischen Begebenheit, die im Evangelium nach Matthäus geschildert wird. König Herodes, aus Angst, nach der Nachricht von der Geburt des „Königs der Könige“ in Bethlehem seinen Thron zu verlieren, ordnete die Tötung aller Kinder unter zwei Jahren in dieser Stadt an.
Die katholische Kirche führte dieses Datum als religiösen Gedenktag ein, um diese gemarterten Kinder zu ehren, die als die Unschuldigen Kinder bekannt sind.

Die Streiche am Tag der Unschuldigen Kinder sind eine Verschmelzung des biblischen Ereignisses mit alten heidnischen Festen der Rollenumkehr, wie den römischen Saturnalien – Feiern, bei denen die sozialen Rollen vertauscht wurden und Sklaven und Herren ihre Plätze tauschen konnten, begleitet von Ausschweifung und Vergnügen – sowie dem mittelalterlichen Narrenfest, bei dem Unordnung, Verkleidung und der Spott über die Autorität erlaubt waren. So wurde ein ursprünglich feierlicher Gedenktag in einen Tag des Humors und der harmlosen Täuschung verwandelt.

So wurde der «Santos Inocentes» Tag zu einem Tag, an dem man Streiche spielt, sich über den Ernst des Alltags lustig macht und die „Unschuld“ auf spielerische Weise feiert.

Die Streiche symbolisieren die „Unschuld“ derjenigen, die sie erleiden.
Als ich zur Schule ging – das ist schon einige Jahre her, sogar Jahrzehnte –, klebten wir, um uns über unsere Mitschüler lustig zu machen, ohne dass sie es bemerkten, eine Papierfigur in Form einer Person (Symbol der Inocentadas) auf ihren Rücken. Diese „Figur“ wanderte durch das Klassenzimmer und die Schule und war Anlass für Gelächter, ohne dass die Betroffenen den Grund dafür kannten.

Heutzutage pflegen die Jugendlichen in den Dörfern Mallorcas Streiche wie zum Beispiel, einen Dorfplatz mit Stroh zu bedecken. Auch die Zeitungen spielen ihren Lesern manchmal einen Streich, indem sie eine erfundene Nachricht veröffentlichen. Ich erinnere mich an ein Jahr, als am 18. Oktober 1982 eine Fähre auf Felsen nahe dem Hafen von Palma auflief. Das zog Neugierige an wie Käse die Mäuse. Im selben Jahr, am 27. Dezember, berichtete eine Lokalzeitung, dass eine weitere Fähre an genau derselben Stelle auf Grund gelaufen sei. Einer der ersten Neugierigen, die sich das ansehen wollten, war mein Vater, der jedoch ohne die „Belohnung“, es gesehen zu haben, zurückkam. Da heutzutage die Realität die Fiktion oft übertrifft, geben die Zeitungen einem Tag danach gewöhnlich bekannt, welche Nachricht am Vortag erfunden war.

Wenn der Betroffene erkennt, dass er Opfer eines Scherzes geworden ist, oder um ihm zu seigen, dass er gerade Ziel eines harmlosen Streichs ist sagt man ihm: „Inocente, Inocente !“.

Und jetzt , wo Sie wissen, dass man sich am «Día de los Inocentes» nicht verlassen kann, weder auf Freunde noch auf Arbeitskollegen, Nachbarn, die Presse- oder nicht einmal auf diesen Betrag – bleibt nur noch eines zu sagen, lieber Leser: Inocente, Inocente !!

Der Tag der Unschuldigen ist nämlich nicht der 27. sonder der 28. Dezember – ein Tag der uns daran erinnert dass ein guter Scherz (ohne böse Absichten) die Menschen mehr verbindet als tausend ernste Nachrichten,

Also am 28. Dezember , lachen Sie mit, teilen Sie den Spass und trauen Sie lieber allem und jedem ein kleines biscchen weniger.

Der Dijous Bo – das Herz des mallorquinischen Herbstes

Der Herbst auf Mallorca ist eine ganz besondere Zeit: Die Felder bringen ihre Früchte hervor, die Dörfer feiern ihre traditionellen Feste, und überall auf der Insel finden lebhafte Märkte statt. In den Monaten Oktober und November verwandelt sich Mallorca in ein Paradies für Liebhaber von regionalen Produkten, Kunsthandwerk und typisch mallorquinischer Lebensfreude.

Ursprung und Tradition

Die Herbstmärkte auf Mallorca haben ihren Ursprung in der landwirtschaftlichen und handwerklichen Tradition der Insel. Früher trafen sich Bauern, Handwerker und Händler, um Ernteprodukte, Vieh und Waren auszutauschen. Diese Treffen entwickelten sich im Laufe der Jahrhunderte zu den heutigen Dorffesten und Themenmärkten, die nicht nur zum Einkaufen, sondern auch zum Genießen und Feiern einladen. Besonders bekannt ist der Dijous Bo in Inca, dessen Wurzeln bis ins Mittelalter zurückreichen.

Wichtige Herbstmärkte und Termine

Im Oktober und November lohnt es sich, verschiedene Dörfer zu besuchen, die ihre eigenen Märkte veranstalten:

  • Esporles – Fira Dolça (Anfang Oktober): Ein süßes Paradies mit Ensaimadas, Cocas, Schokolade und anderen traditionellen Gebäcksorten.
  • Consell – Fira de Tardor & Fira del Vi (Mitte Oktober): Eine Wein- und Herbstmesse, bei der alles rund um Landwirtschaft, Wein und Handwerk im Mittelpunkt steht.
  • Felanitx – Fira del Pebre Bord (Mitte Oktober): Ein Fest rund um das Paprikapulver, das so wichtig für die mallorquinische Küche ist, besonders für die berühmte Sobrasada.
  • Inca – Dijous Bo (Donnerstag, 13. November 2025): Der größte und bekannteste Markt Mallorcas, der jedes Jahr tausende Besucher anzieht.

Spezialitäten und Atmosphäre

Jeder dieser Märkte hat seinen eigenen Charakter. In Esporles dominiert die süße Versuchung, in Consell der Duft von Wein und Olivenöl, und in Felanitx steht das rote Paprikapulver im Mittelpunkt.

Der Dijous Bo

Der Dijous Bo in Inca ist das Highlight der gesamten Herbstsaison auf Mallorca. Der Name bedeutet wörtlich „Guter Donnerstag“ und stammt aus einer Zeit, in der Inca ein bedeutendes Handelszentrum der Insel war. Ursprünglich handelte es sich um einen reinen Vieh- und Landwirtschaftsmarkt, zu dem Bauern aus allen Regionen Mallorcas kamen, um Tiere, Werkzeuge und Erzeugnisse zu verkaufen oder zu tauschen. Heute hat sich der Dijous Bo zu einem riesigen Volksfest entwickelt, das Tradition, Gastronomie und moderne Unterhaltung auf einzigartige Weise verbindet.

Schon Tage vorher füllen sich die Straßen von Inca mit Ständen, Musik und Leben. Über 100.000 Besucher strömen jedes Jahr in die Stadt, um die unzähligen Marktstände zu entdecken – von Handwerkskunst, Lederwaren (Inca ist das Zentrum der mallorquinischen Schuhproduktion) und Kleidung bis hin zu typischen Spezialitäten wie Sobrasada, Käse, Oliven und Wein. Auch Tiere, Landwirtschaftsmaschinen und traditionelle Vorführungen gehören zum Programm.

Neben dem eigentlichen Markttag finden Ausstellungen, Kunsthandwerksmärkte, Konzerte, Theateraufführungen und gastronomische Routen statt. Das Zentrum von Inca verwandelt sich in ein großes Freilichtfest, das die mallorquinische Kultur in all ihren Facetten zeigt. Wer den authentischen Geist der Insel erleben möchte, sollte diesen Termin auf keinen Fall verpassen. Die ganze Stadt verwandelt sich für einen Tag in einen lebendigen Marktplatz, der Tradition und Moderne vereint.


Ein Besuch der Herbstmärkte auf Mallorca bedeutet, die Insel von ihrer authentischsten Seite kennenzulernen: lokale Produkte probieren, Handwerk bestaunen und die Atmosphäre der Dörfer genießen – fernab vom Sommertrubel. Von der süßen Messe in Esporles bis zum legendären Dijous Bo in Inca bietet der Herbst eine perfekte Gelegenheit, mallorquinische Kultur hautnah zu erleben.

👉 Tipp: Diese Marktbesuche können wunderbar in das Programm einer privaten Tour integriert werden. So erleben Sie die schönsten Dörfer Mallorcas, genießen lokale Spezialitäten und entdecken das echte Mallorca – ganz individuell und ohne Eile.

La Balanguera: Die offizielle Hymne Mallorcas

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La Balanguera Hymne


La Balanguera erklingt bei offiziellen Anlässen, bei kulturellen Festen oder sportlichen Ereignissen. Für viele Mallorquiner ist es ein emotionaler Moment, wenn diese Hymne gespielt wird – ein Lied, das Vergangenheit und Zukunft auf poetische Weise verbindet.
Diese Hymne ist nicht nur Musik, sondern Ausdruck der Geschichte, der Identität und des Geistes des mallorquinischen Volkes.

Ursprung des Gedichts

Der Text von La Balanguera stammt von Joan Alcover i Maspons (1854–1926), einem der bedeutendsten Dichter Mallorcas. Das Gedicht erschien 1909 in seinem Werk Poemes bíblics i morals. Alcover wählte das Bild der balanguera, einer Spinnerin, die Fäden spinnt und verknüpft. Sie sammelt die Vergangenheit ein, verwebt sie mit der Gegenwart und bereitet damit den Weg für die Zukunft.

Die Musik

Der Text: Mallorquinisch und Deutsch

Die Vertonung übernahm Amadeu Vives (1871–1932), ein katalanischer Komponist und Mitbegründer des berühmten Orfeó Català in Barcelona. Durch die Verbindung von Alcovers Poesie mit Vives’ Musik entstand ein feierliches, emotionales Lied, das bald zu den bekanntesten Melodien Mallorcas zählte.

Seit wann offizielle Hymne?

Obwohl das Lied bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts sehr populär war, erklärte das Parlament der Balearen La Balanguera erst im Jahr 1996 offiziell zur Hymne Mallorcas. Seitdem wird es bei offiziellen Feierlichkeiten, kulturellen Veranstaltungen und festlichen Anlässen gespielt.

Mallorquin (Original):
La Balanguera misteriosa,
com una aranya d’art subtil,
fila que fila sa filosa,
i de la vida treu el fil.

Cap al demà, que ens crida,
del passat trena l’heretat,
la Balanguera fila, fila,
la Balanguera filarà.

Com una parca bé cavil·la
que trenarà la vida al jorn,
i que de l’aire fa mantilla,
i de la mort treu el retorn.

Cap al demà, que ens crida,
del passat trena l’heretat,
la Balanguera fila, fila,
la Balanguera filarà.

De tradicions i d’esperances
teixeix la xarxa pel jovent,
com qui fa llenços i fa danses
amb cabelleres d’or i d’argent.

Cap al demà, que ens crida,
del passat trena l’heretat,
la Balanguera fila, fila,
la Balanguera filarà.

Jaume MIr ¨La Balanguera"

Deutsch (Übersetzung):
Die geheimnisvolle Balanguera,
wie eine Spinne von feiner Kunst,
spinnt und spinnt ihr Spinnrad
und zieht den Faden aus dem Leben.

Hin zur Zukunft, die uns ruft,
aus der Vergangenheit flicht sie das Erbe,
die Balanguera spinnt und spinnt,
die Balanguera wird weiterspinnen.

Wie eine Parze denkt sie weise,
die das Leben des Tages verwebt,
die aus der Luft ein Schleierkleid fertigt,
und aus dem Tod die Rückkehr zieht.

Hin zur Zukunft, die uns ruft,
aus der Vergangenheit flicht sie das Erbe,
die Balanguera spinnt und spinnt,
die Balanguera wird weiterspinnen.

Aus Traditionen und aus Hoffnungen
webt sie das Netz für die Jugend,
wie jemand, der Leinwände und Tänze formt
aus goldenen und silbernen Haaren.

Hin zur Zukunft, die uns ruft,
aus der Vergangenheit flicht sie das Erbe,
die Balanguera spinnt und spinnt,
die Balanguera wird weiterspinnen.

Bedeutung und Symbolik

Die Figur der Spinnerin ist eine Metapher für die Verbindung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Sie erinnert an das Schicksal, an die Generationen, die kommen und gehen, und daran, dass jede Zeit auf den Fäden der vorherigen aufbaut. Damit wird die Hymne zu einem Symbol der Erinnerung, der Hoffnung und der Kontinuität Mallorcas.

Bild: Skulptur von Jaume Mir, die La Balanguera darstellt, gelegen im Garten des Kulturzentrums La Misericòrdia in Palma.

Die Wochenmärkte Mallorcas – Ein Stück echtes Inselleben erleben

Ein Besuch auf einem Wochenmarkt gehört zu den schönsten Möglichkeiten, das authentische Mallorca kennenzulernen. Zwischen frischem Obst, mallorquinischen Spezialitäten und handgefertigten Produkten begegnet man der Insel auf besonders lebendige Weise. Die Farben, Düfte und Stimmen der Märkte machen jeden Spaziergang über die Stände zu einem echten Erlebnis.

Je nach Wochentag kann ich bei den verschiedenen Ausflügen, die ich anbiete, einen Marktbesuch für Ihre Gruppe einplanen – ganz flexibel und abgestimmt auf Ihre Interessen und Ihr Tagesprogramm.

Vielfalt und Tradition

Märkte haben auf Mallorca eine lange Tradition. Hier kaufen nicht nur Einheimische frische Produkte ein – auch Besucher entdecken lokale Köstlichkeiten, Kunsthandwerk, Kleidung und vieles mehr. Jeder Ort hat seinen ganz eigenen Markttag und Charme. Von ländlich und ruhig bis hin zu lebendig und bunt – Mallorcas Märkte spiegeln die Vielfalt der Insel wider.

Eine Auswahl der bekanntesten Wochenmärkte

  • Montag – Manacor
    Der Wochenmarkt in Mallorcas zweitgrößter Stadt bietet ein großes Angebot: Frisches Obst und Gemüse, Kleidung, Lederwaren und vieles mehr. Ein klassischer, typisch mallorquinischer Markt.
  • Dienstag – Artà
    Einer der schönsten Märkte im Nordosten. Die Stände verteilen sich durch die Gassen der Altstadt. Neben Lebensmitteln gibt es vor allem viel lokales Kunsthandwerk und Korbwaren.
  • Mittwoch – Sineu
    Der berühmteste Markt der Insel! Hier finden Sie nicht nur regionale Produkte, sondern auch einen traditionellen Viehmarkt. Die Atmosphäre ist lebendig, urig und authentisch.
  • Donnerstag – Inca
    Die Lederhauptstadt der Insel verwandelt sich donnerstags in ein Marktparadies. Neben Lederwaren finden Sie hier alles von Kleidung über Haushaltsartikel bis zu lokalen Spezialitäten.
  • Freitag – Son Servera
    Ein kleiner, charmanter Markt mit ländlichem Flair und weniger Trubel – ideal für einen gemütlichen Bummel.
  • Samstag – Santanyí
    Besonders beliebt bei Einheimischen und Gästen. In der Altstadt erwarten Sie neben frischen Produkten auch Kunst, Schmuck und Design.
  • Sonntag – Alcúdia
    Umgeben von historischen Mauern bietet dieser Markt eine große Auswahl an typischen Produkten und Souvenirs – ein Highlight im Norden der Insel.

Marktbesuch im Rahmen Ihrer Ausflugstour

Wenn Sie mit mir einen Ausflug unternehmen, kann ich je nach Wochentag und Ziel einen Marktbesuch in das Programm einbauen. Das bietet Ihnen die Gelegenheit, das echte Mallorca zu spüren, mit Händlern ins Gespräch zu kommen, ein typisches Mitbringsel zu kaufen oder einfach das bunte Treiben zu genießen.

Ganz gleich, ob es sich um eine halbtägige Stadtführung, eine Inselrundfahrt oder eine maßgeschneiderte Tour handelt – der Besuch eines Wochenmarktes macht das Erlebnis abwechslungsreicher und persönlicher.

Authentisch, lebendig, mallorquinisch

Die Wochenmärkte Mallorcas sind weit mehr als nur Orte zum Einkaufen. Sie sind Treffpunkte, Spiegel der Kultur und Ausdruck einer lebendigen Inseltradition. Wer die Seele Mallorcas verstehen möchte, sollte sich einen Marktbummel nicht entgehen lassen.

Gerne plane ich für Ihre Gruppe einen passenden Marktbesuch ein – sprechen Sie mich einfach an, und ich integriere dieses Erlebnis individuell in Ihren Ausflug.

Mallorcas UNESCO-Welterbe

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Die Serra de Tramuntana – ein Meisterwerk der Kulturlandschaft
Seit 2011 gehört die Serra de Tramuntana, das beeindruckende Gebirge im Nordwesten Mallorcas, zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Auszeichnung wurde nicht nur wegen der landschaftlichen Schönheit verliehen, sondern vor allem für das Zusammenspiel von Natur und jahrhundertealter Kultivierung durch den Menschen. Terrassierte Felder, Trockensteinmauern, ausgeklügelte Bewässerungssysteme, Olivenhaine und kleine Bergdörfer wie Deià, Valldemossa oder Fornalutx machen dieses Gebiet einzigartig.

Die Insel bietet eine beeindruckende Vielfalt an kulturellen und natürlichen Schätzen, von denen einige von der UNESCO als Welterbe anerkannt wurden. Diese Auszeichnungen unterstreichen den Wert und die Einzigartigkeit des mallorquinischen Erbes. Wer Mallorca auf einer organisierten Exkursion kennenlernen möchte, sollte sich diese Schätze nicht entgehen lassen.

Auf geführten Exkursionen lernt man nicht nur die Natur, sondern auch die Geschichte und Lebensweise der Einheimischen kennen.

Mallorcas UNESCO-Welterbe – mehr als nur die Serra de Tramuntana

Die Sibilla – ein lebendiges immaterielles Erbe

Ein weiterer Schatz Mallorcas ist immateriell: Der Gesang der Sibilla. Seit 2010 gehört dieses mittelalterliche Ritual zum immateriellen Weltkulturerbe der UNESCO. Es handelt sich um einen liturgischen Gesang, der am Heiligabend während der Mitternachtsmesse in den Kirchen der Insel vorgetragen wird. Dabei kündigt eine als Prophetin verkleidete Person (oft ein Kind) in mallorquinischer Sprache das Jüngste Gericht an.

Der Ursprung des Liedes reicht bis ins 10. Jahrhundert zurück. Während es auf dem Festland Spaniens und in Europa im Laufe der Zeit verboten wurde, konnte sich die Tradition auf Mallorca ununterbrochen erhalten. Der Besuch einer Mitternachtsmesse mit Sibilla-Gesang ist ein tief bewegendes Erlebnis, das Spiritualität, Geschichte und Kultur in einzigartiger Weise vereint.

Weitere UNESCO-Auszeichnungen – Trockensteinmauern

Nicht nur die Serra de Tramuntana selbst ist UNESCO-Weltkulturerbe – auch die Technik des Trockenmauerbaus („Pedra en sec“) wurde 2018 in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Diese Bauweise, bei der ohne Mörtel kleine Mauern entstehen, hat in der mallorquinischen Landschaft eine jahrhundertelange Tradition. Sie dienten zur Begrenzung von Feldern, zur Wasserführung und als Schutz gegen Erosion. Viele geführte Ausflüge in ländliche Gebiete zeigen die Kunstfertigkeit dieser einfachen, aber äußerst funktionalen Mauern.

Bewahrung und Nachhaltigkeit

Die UNESCO-Welterbestätten auf Mallorca erinnern daran, wie wichtig der Schutz und die nachhaltige Nutzung unseres kulturellen und natürlichen Erbes ist. Viele lokale Initiativen und Gemeinden arbeiten daran, dieses Erbe zu bewahren, sei es durch Restaurierungsprojekte, nachhaltigen Tourismus oder kulturelle Veranstaltungen.


Mallorca bietet weit mehr als nur Badeurlaub. Die Insel ist reich an Geschichte, Spiritualität, Natur und Handwerkskunst – Aspekte, die durch die Anerkennung der UNESCO gewürdigt werden. Eine geführte Exkursion zu diesen besonderen Orten ermöglicht nicht nur ein tieferes Verständnis für die Insel, sondern macht die Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Ob beim Wandern durch die Tramuntana, beim Hören des Sibilla-Gesangs an Weihnachten oder beim Betrachten der kunstvollen Trockenmauern – Mallorca überrascht immer wieder mit seiner kulturellen Tiefe. Wer die Insel wirklich kennenlernen will, sollte sich die Zeit nehmen, ihr Erbe zu entdecken.

Die Ensaimada von Mallorca : Geschichte, Tradition und Genuss

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Einsaimada Mallorca Ausflüge

Die Ensaimada de Mallorca ist weit mehr als nur ein typisches Gebäck – sie ist eines der bekanntesten kulinarischen Symbole der Baleareninsel. Ihre unverwechselbare Spiralform, die zarte, blättrige Textur und ihr feiner Geschmack machen sie zu einem Aushängeschild der mallorquinischen Kultur. Seit 2003 trägt die Ensaimada die geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.).

Herkunft des Namens

Der Name „Ensaimada“ stammt vom mallorquinischen Wort saïm, was Schweineschmalz bedeutet. Dieses Fett ist ein zentrales Element in der Herstellung und verleiht dem Gebäck seinen charakteristischen Geschmack. Erste schriftliche Erwähnungen der Ensaimada stammen aus dem 17. Jahrhundert, was auf eine lange Tradition hinweist. Auch wenn manche den Ursprung aufgrund der spiralförmigen Form im arabischen Raum vermuten, spricht die Verwendung von Schweineschmalz klar gegen einen islamischen Ursprung.

Zutaten und Zubereitung

Das traditionelle Rezept ist einfach: Weizenmehl, Wasser, Zucker, Eier, Sauerteig und Schweineschmalz (saïm). Doch der Erfolg liegt im handwerklichen Können des Bäckers. Der Teig wird sorgfältig bearbeitet, ruht und fermentiert langsam – oft mehr als 12 Stunden –, um die luftige Textur zu erreichen. Danach wird der Teig hauchdünn ausgerollt, mit Schmalz bestrichen, eingerollt und spiralförmig geformt. Anschließend wird er goldbraun gebacken.

Geschützte Ursprungsbezeichnung

Die Ensaimada trägt das Gütesiegel „Ensaimada de Mallorca“, das garantiert, dass sie nach traditionellen Methoden ausschließlich auf der Insel hergestellt wird. Diese Ursprungsbezeichnung regelt Zutaten, Herstellungsprozess und Präsentation. Nur Ensaimadas, die auf Mallorca unter Einhaltung dieser Regeln produziert wurden, dürfen dieses Siegel tragen – ein Schutz gegen billige Imitate.

Verpackung und Transport

Ein vertrauter Anblick am Flughafen von Palma sind die runden oder sechseckigen weißen Kartons mit blauen oder roten Verzierungen, die Touristen mit sich tragen. Diese speziellen Schachteln sind so entworfen, dass die Ensaimada heil an ihrem Zielort ankommt. Es gibt große Formate zum Teilen sowie kleinere Einzelportionen.

Klassische, moderne und herzhafte Füllungen

Die traditionelle Ensaimada ist llisa – also ungefüllt. Doch mit der Zeit entstanden viele Varianten. Eine der beliebtesten ist mit Engelshaar (einer Kürbiskonfitüre) gefüllt.

Ensaimada de Tallades

Eine besondere Variante ist die Ensaimada de Tallades, die vor allem zur Zeit des Karnevals (Sa Rua) zubereitet wird. Sie wird mit Sobrasada und Stücken von kandiertem Kurbis belegt, bevor sie in den Ofen kommt. Durch das langsame Backen verschmelzen süße und herzhafte Aromen – eine einzigartige Kombination, die sich durch kräftigen Geschmack und rustikalen Charakter auszeichnet. Für mich ist sie die leckerste von allen.

Ein mallorquinisches Symbol

Die Ensaimada ist mehr als ein Gebäck – sie ist Teil der Identität Mallorcas. Sie gehört zu Familienfesten, wird bei Volksfesten gereicht und ist ein beliebtes Mitbringsel. Ihr handwerkliches Können und ihr Geschmack werden von Generation zu Generation weitergegeben.

Eine Ensaimada mit Kaffee oder heißer Schokolade zu genießen, bedeutet, ein Stück mallorquinische Geschichte und Kultur zu erleben – ganz durch den Gaumen.

Der Frühling auf Mallorca: ein Fest der wilden Blumen

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Aussicht vom Monument des Heiligen Herzens in Santa Eugenia.

Mit dem Frühling verwandeln sich die Felder Mallorcas in eine farbenfrohe Leinwand der Natur. Es ist eine der schönsten Jahreszeiten, um die Insel zu entdecken. In dieser Zeit zeigt sich die Natur großzügig: Felder, Hänge und Wegesränder werden von einem Teppich wilder Blumen bedeckt, und die Luft summt vom emsigen Treiben der Bienen bei ihrer Bestäubungsarbeit.

Die Vielfalt an Wildblumen ist beeindruckend. Zu den auffälligeren Wildpflanzen Mallorcas im Frühling gehören zwei Vertreter der Zistrosengewächse: die Estepa Joana (Cistus monspeliensis) und die Estepa Llimonera (Cistus albidus). Die Estepa Joana ist leicht an ihren langen, schmalen, klebrigen Blättern zu erkennen, die bei Berührung einen intensiven, harzigen Duft verströmen. Ihre zarten weißen Blüten erscheinen zahlreich und bilden einen schönen Kontrast zum dunklen Blattwerk. Die Estepa Llimonera hingegen beeindruckt mit ihren großen, hellvioletten bis rosafarbenen Blütenblättern und den samtigen, graugrünen Blättern. Beide Arten sind typisch für das mediterrane Buschland der Insel und tragen mit ihren Farben und Düften zur einzigartigen Frühlingsstimmung auf Mallorca bei.
Besonders auffällig ist die Hasenschwanz-Wegerich (Plantago lagopus), die mit ihren länglichen, pelzigen Blütenständen zartrosa bis violette Farbtupfer in die Wiesen malt. Daneben findet man den Sternklee (Trifolium stellatum), eine zarte, sternförmige Pflanze mit Blüten, die zwischen Weiß, Rosa und Flieder variieren.

Auch der Löwenzahn (Taraxacum officinale) ist allgegenwärtig, mit seinen leuchtend gelben Blüten, die sich später in kugelförmige Samenstände verwandeln, die Kinder (und Erwachsene) gerne in die Luft pusten. Der wilde Gladiole (Gladiolus italicus) bringt mit seinen fuchsienfarbenen Blüten auf hohen Stängeln einen Hauch Eleganz in die mallorquinische Landschaft sowie die die Traubenhyazinthe oder Märzenbecher (Muscari comosum), die mit ihren dunkelblauen, kegelförmigen Blütenständen einen exotischen Akzent setzen.

Eine der charakteristischsten Pflanzen ist der Sommer-Asphodel (Asphodelus aestivus), im Volksmund als «Ajipuerro» bekannt. Seine hohen Stiele und sternförmigen weißen Blüten mit rosa Linien verleihen den Frühlingslandschaften Struktur und Anmut.

Ebenso faszinierend sind die beiden Arten der Aaronstabgewächse, die auf Mallorca heimisch sind: die weiße Drachenwurz (Arum italicum) und die schwarze Drachenwurz (Arisarum vulgare). Die erste besticht durch ihre großen, pfeilförmigen Blätter und eine auffällige weiße Blüte, während die zweite kleiner und dezenter ist, mit einer dunkel gefärbten Spatha, die sich geheimnisvoll zwischen dem Grün verbirgt.

Eine weitere häufige Pflanze ist die Kleine Pimpinelle (Sanguisorba minor), mit kleinen rötlichen Blüten, die man oft in trockenen, sonnigen Lagen findet. Ihre zarte Erscheinung täuscht über ihre Widerstandsfähigkeit hinweg – sie ist bestens an das mediterrane Klima angepasst.

Natürlich fehlen auch nicht die wilden Gänseblümchen, die Klatschmohnblumen, die Malven und die vielen einheimischen Orchideenarten, die das Bild vervollständigen. Die Formen-, Größen- und Farbenvielfalt macht jeden Spaziergang zu einer kleinen botanischen Entdeckungsreise.

Doch die Schönheit dieser Landschaften liegt nicht nur im Sichtbaren. Die Luft ist erfüllt von süßen und frischen Düften, und überall schwirren Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten, die diese Orte mit Leben erfüllen. Ihre Bestäubungsarbeit ist essenziell für das ökologische Gleichgewicht und sichert die Blütenpracht kommender Jahre.

Kurz gesagt: Der mallorquinische Frühling ist die perfekte Zeit, um die Insel aus einer neuen Perspektive zu erleben – mit Ruhe, Achtsamkeit und im Einklang mit einer Natur, die in ihrer bescheidenen Wildheit eine überwältigende Schönheit zeigt. Ein Spaziergang durch die Felder Mallorcas in diesen Monaten ist eine Feier des Lebens und der Wiedergeburt der Natur.

Die Balearischen Schleuderer : Krieger der Antike

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Graffiti in der Altstadt Palma

Die Balearischen Inseln sind nicht nur für ihre beeindruckende Landschaft und ihre Strände bekannt, sondern auch für eine ihrer berühmtesten historischen Figuren: den Balearischen Schleuderer. Diese berüchtigten Krieger waren für ihre außergewöhnliche Fähigkeit im Umgang mit der Schleuder bekannt und spielten eine bedeutende Rolle in verschiedenen antiken Armeen.

Herkunft und Ausbildung

Die Kunst des Schleuderns wurde auf den Balearen von Generation zu Generation weitergegeben. Bereits in der Kindheit begannen die Jungen mit dem Training, indem ihre Eltern ihnen das Essen erst gaben, nachdem sie es mit der Schleuder getroffen hatten. Auf diese Weise entwickelten sie früh eine bemerkenswerte Präzision und Kraft. Die Schleuder war für sie nicht nur eine Waffe, sondern ein essenzielles Werkzeug zum Jagen und Verteidigen.

Die Schleuder konnte unterschiedlich lang sein. Mit ihr konnten Steine mit hoher Geschwindigkeit und extremer Genauigkeit geworfen werden. Sie trugen stets drei Schleudern bei sich: eine kurze für kurze Distanzen, eine mittellange für mittlere Entfernungen und eine lange Schleuder für maximale Reichweite. Mit ihrer Technik konnten sie Geschosse mit einer Geschwindigkeit von bis zu 200 km/h abfeuern und Entfernungen von mehr als 150 Metern erreichen.

Rolle in der Antike

Die Balearischen Schleuderer waren als Söldner in vielen Armeen sehr begehrt. Sie dienten unter anderem in den Armeen Karthagos, insbesondere während der Punischen Kriege gegen Rom. Hannibal, der berühmte karthagische Feldherr, setzte sie in seiner Armee ein, als er über die Alpen marschierte, um Italien anzugreifen. Ihre Schleuderattacken konnten feindliche Soldaten auf große Distanz verwunden oder töten und sogar Schilde und Rüstungen durchdringen.

Auch die Römer erkannten ihren Wert und integrierten sie später in ihre eigenen Legionen als Fernkampfspezialisten. Obwohl Rom die Balearen eroberte, behielten die Inselbewohner ihre traditionelle Kriegerkultur und setzten ihre Fähigkeiten weiterhin in verschiedenen Konflikten ein.

Bedeutung und Vermächtnis

Die Balearischen Schleuderer hinterließen ein bleibendes Erbe in der Militärgeschichte. Sie gelten als einige der gefährlichsten Fernkämpfer der Antike. Ihre Techniken und ihre berühmte Präzision wurden in zahlreichen historischen Texten überliefert.

Heute erinnern verschiedene archäologische Funde auf den Balearen an die Tradition der Schleuderer. In Museen und historischen Ausstellungen kann man Nachbildungen ihrer Waffen und Geschosse sehen. Zudem gibt es auf den Balearen noch immer Feste und Vorführungen, die die Tradition der Schleuderer am Leben erhalten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Balearischen Schleuderer eine einzigartige und faszinierende Rolle in der antiken Kriegskunst spielten. Ihre Fähigkeiten machten sie zu gefürchteten Kriegern und hinterließen ein beeindruckendes Erbe, das bis heute auf den Balearen fortbesteht.

Um diese Tradition zu bewahren, wurden die Federación Balear de Tiro de Honda und der Club de Tiro Hondero Balear gegründet. Diese Organisationen setzen sich dafür ein, die alte Technik des Schleuderns zu erforschen, zu bewahren und zu fördern. Sie organisieren Wettkämpfe, Schulungen und Demonstrationen, um die Kunst des Schleuderwerfens lebendig zu halten und einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dadurch bleibt das Erbe der Balearischen Schleuderer auch in der modernen Zeit erhalten.

Die Mandelblüte auf Mallorca

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Mandelblüte Mallorca bei reiseleiter-mallorca.com

Die Mandelblüte ist eines der bezauberndsten Naturschauspiele auf der Insel Mallorca und markiert den Beginn des Frühlings. Zwischen Ende Januar und März verwandelt sich die Insel in ein wahres Paradies aus weißen und rosafarbenen Blüten, die die Landschaft in ein bezauberndes Farbenmeer tauchen. Diese Zeit ist nicht nur ein optisches Highlight, sondern auch ein Symbol für den Neuanfang und die Fruchtbarkeit der Insel. Die Mandelblüte ist tief in der mallorquinischen Kultur verwurzelt und zieht jedes Jahr zahlreiche Besucher an, die sich von der Schönheit der Natur verzaubern lassen.

Die Bedeutung der Mandelblüte für Mallorca

Die Mandelblüte hat auf Mallorca eine lange Tradition und ist ein wichtiger Teil der landwirtschaftlichen Geschichte der Insel. Seit Jahrhunderten wird der Mandelbaum auf Mallorca kultiviert. Diese Bäume gedeihen besonders gut in den Regionen Pla de Mallorca und Llevant . Da finden sich Mandelplantagen, die sich im Frühling in ein atemberaubendes Blütenmeer verwandeln.

In der Vergangenheit spielte der Anbau von Mandeln eine zentrale Rolle in der Landwirtschaft Mallorcas. Auch heute noch ist der Mandelbaum ein Symbol für die landwirtschaftliche Tradition der Insel, und die Mandelblüte zieht viele Besucher an, die die landschaftliche Schönheit und den Duft der Blüten erleben möchten. Die Blütezeit ist auch ein Moment des Aufbruchs, da sie das Ende des kalten Winters und den Beginn der wärmeren Monate markiert.

Ein visuelles Spektakel

Die Mandelblüte beginnt in den tiefer gelegenen Gebieten Mallorcas bereits im Januar, während sie in den höheren Lagen etwas später einsetzt. Ab Februar erreicht die Blüte ihren Höhepunkt, wenn die Bäume mit Millionen von weißen und rosafarbenen Blüten bedeckt sind, die im Kontrast zu den grünen Hügeln und dem tiefblauen Himmel stehen. Die Szene wirkt fast surreal, wenn die blühenden Bäume wie zarte Wolken aus der Ferne erscheinen.

Besonders beeindruckend ist die flache Ebene im Zentrum der Insel, die zu dieser Jahreszeit ein wahres Blütenmeer bietet. In verschiedenen Dörfern können Besucher die prächtigen Mandelbaumhaine und Plantagen bewundern. Es gibt Wanderwege, die durch die blühenden Landschaften führen und es den Besuchern ermöglichen, in die Schönheit der Natur einzutauchen.

Mandelblüte an der Mallorkinischen Küste

Traditionen und Feste rund um die Mandelblüte

Die Mandelblüte wird auf Mallorca mit verschiedenen Festen und Feierlichkeiten gefeiert, die sowohl die Schönheit der Natur als auch die Kultur der Insel widerspiegeln. Ein besonders bekanntes Fest ist die Fira de la Flor d´ametler in Son Servera, die jedes Jahr im Februar stattfindet. Hier wird die Ankunft der Mandelblüte mit Musik, Tanz, Kunsthandwerk und kulinarischen Spezialitäten gefeiert. Die Straßen sind mit Ständen bedeckt, an denen lokale Produkte wie Mandeln, Honig und Gebäck verkauft werden.

In vielen Dörfern finden auch Märkte statt, die die Bedeutung der Mandelernte für die Region unterstreichen. Die Mandelernte ist ein wichtiger Wirtschaftszweig, und viele Produkte, die aus der Mandel gewonnen werden, wie Mandelpaste oder Mandelgebäck, sind ein fester Bestandteil der mallorquinischen Küche. Turrón, ein süßes Nougat, wird in dieser Zeit oft frisch zubereitet und ist eine beliebte Delikatesse.

Die Bedeutung der Mandeln für die mallorquinische Küche

Die Mandel spielt eine zentrale Rolle in der mallorquinischen Küche. Neben dem Turrón werden Mandeln in vielen anderen traditionellen Gerichten verwendet, wie zum Beispiel in der berühmten «gato de almendra» (Mandelkuchen) oder in der «ensaimada», einem typischen mallorquinischen Gebäck. Auch in herzhaften Gerichten finden Mandeln Verwendung. Die Vielfalt an Mandelprodukten ist ein weiteres Beispiel dafür, wie tief verwurzelt die Mandel in der Kultur und Gastronomie der Insel ist.

Eine Reise zur Mandelblüte

Mandelblüte Mallorca

Die Mandelblüte auf Mallorca zieht nicht nur Naturfreunde und Fotografen an, sondern ist auch ein besonderes Erlebnis für alle, die die Schönheit der Insel im Frühling erleben möchten. Die blühenden Bäume, der Duft der Blüten und die frische Luft bieten eine einzigartige Atmosphäre, die in den kühleren Monaten des Jahres eine wohltuende Abwechslung bietet.

Die Mandelblüte auf Mallorca ist ein unvergleichliches Naturschauspiel, das sowohl für Einheimische als auch für Besucher eine besondere Bedeutung hat. Mit ihrer Schönheit, ihrer kulturellen Bedeutung und der Freude, die sie den Menschen bringt, ist die Mandelblüte ein Fest der Natur, das jedes Jahr aufs Neue die Herzen der Mallorquiner und der Besucher erobert. Sie symbolisiert nicht nur den Frühling, sondern auch die tiefe Verbundenheit der Insel mit ihrer Geschichte und ihren Traditionen.

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Mirall en la Lonja de Palma

Plensa, ein international renommierter spanischer Künstler, ist bekannt für seine monumentalen Skulpturen und seine experimentellen Installationen, die den Raum und den Betrachter auf besondere Weise in Dialog setzen. Die Ausstellung in der Lonja de Palma, einem historischen Gebäude aus dem 15. Jahrhundert, bietet eine einzigartige Gelegenheit, die Werke des Künstlers in einem faszinierenden Kontext zu erleben, der sowohl die Geschichte des Ortes als auch die zeitgenössische Kunst miteinander verbindet.

Die Handelsbörse «la Lonja» in Palma – Ein historischer Kontext

Die «Lonja de Palma» ist ein architektonisches Meisterwerk, das im späten Mittelalter als Handelsbörse gebaut wurde. Mit ihren beeindruckenden gotischen Bögen und der prächtigen Fassade ist sie ein Symbol für den Reichtum und die Bedeutung Mallorcas im Mittelalter. Im Laufe der Jahre hat das Gebäude verschiedene Funktionen erfüllt und ist heute ein kulturhistorisches Zentrum, das immer wieder als Ausstellungsort für bedeutende Kunstwerke genutzt wird.

Der Kontrast zwischen der mittelalterlichen Architektur der «Lonja» und der modernen, oft abstrakten Kunst von Plensa schafft einen spannungsgeladenen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart, der die Wahrnehmung des Betrachters herausfordert und bereichert. Die Räumlichkeiten der Lonja bieten eine besondere Atmosphäre, die den Skulpturen und Installationen Plensas eine zusätzliche Dimension verleiht.

Die Werke von Antoni Plensa

Antoni Plensa ist ein Künstler, der weltweit bekannt geworden ist, insbesondere für seine großformatigen Skulpturen, die oft menschliche Formen und Köpfe darstellen. Dabei verwendet er eine Vielzahl von Materialien wie Metall, Glas, Stein und Kunststoff, um seine visionären Werke zu erschaffen. Seine Kunstwerke sind nicht nur ästhetische Objekte, sondern auch tiefgründige Reflexionen über den menschlichen Körper, den Geist und die Verbindung des Individuums mit der Gesellschaft.

In der Ausstellung in der Handelsbörse sind einige seiner bekanntesten Werke zu sehen, darunter seine Kopf-Skulpturen, die oft aus Drahtgeflecht bestehen und die Umrisse menschlicher Köpfe in monumentalem Maßstab darstellen.

Der Dialog zwischen Raum und Kunst

Ein zentrales Thema in der Ausstellung von Antoni Plensa in der Lonja ist der Dialog zwischen Kunst und Raum. Plensas Werke sind nicht einfach nur in den Raum gestellt, sondern interagieren mit ihrer Umgebung. Der historische Kontext der «Lonja», mit ihren hohen Decken und gotischen Bögen, stellt einen einzigartigen Raum dar, in dem die Kunstwerke auf eine Weise wirken, die in anderen Ausstellungsräumen nicht möglich wäre.

Die Skulpturen und Installationen von Plensa scheinen mit der Architektur der «Lonja» zu verschmelzen. Die Transparenz der Drahtgeflechte und die Fragilität der Formen erzeugen einen faszinierenden Kontrast zu den massiven Steinmauern und den gotischen Elementen des Gebäudes. Dieser Dialog zwischen der modernen Kunst und der historischen Architektur bietet eine einzigartige visuelle und emotionale Erfahrung.

Die Ausstellung ist nicht nur eine Präsentation von Kunstwerken, sondern eine Einladung an die Besucher, den Raum mit anderen Augen zu sehen. Die Werke von Plensa fordern die Wahrnehmung heraus und regen dazu an, den Raum, die Architektur und die Kunst in einem neuen Licht zu betrachten. Der Betrachter wird eingeladen, sich nicht nur mit den Skulpturen auseinanderzusetzen, sondern auch mit der Beziehung zwischen Kunst, Geschichte und dem Raum, in dem sie sich befinden.

Die Bedeutung der Ausstellung für Palma und Mallorca

Die Ausstellung von Antoni Plensa in der Lonja de Palma ist ein bedeutendes kulturelles Ereignis für die Insel Mallorca. Sie bringt zeitgenössische Kunst in einen historischen Kontext und schafft eine Plattform für den Austausch zwischen verschiedenen Kunstwelten. Die Lonja de Palma hat sich in den letzten Jahren immer mehr als ein bedeutender Ort für zeitgenössische Kunst etabliert, und die Ausstellung von Plensa ist ein weiteres Highlight in diesem Zusammenhang. Für mich persönlich ist es die Ausstellung, die mich am meisten beeindruckt hat.

Für die Besucher ist die Ausstellung nicht nur eine Gelegenheit, die beeindruckenden Werke von Plensa zu sehen, sondern auch ein Moment der Reflexion über die Beziehung zwischen Kunst, Geschichte und Raum. Sie bietet einen einzigartigen Einblick in das Werk eines der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler Spaniens und macht die «Lonja» zu einem Ort der kulturellen Entdeckung und Auseinandersetzung.

Plensas monumentale Skulpturen und Installationen bieten eine tiefgehende Auseinandersetzung mit Themen wie Identität, Kommunikation und menschliche Wahrnehmung. Die einzigartige Atmosphäre der «Lonja» verstärkt die Wirkung seiner Werke und lädt die Besucher zu einer visuellen und emotionalen Entdeckungsreise ein. Diese Ausstellung ist ein weiteres Beispiel für das kulturelle Engagement Mallorcas und zeigt, wie zeitgenössische Kunst und historische Architektur miteinander in Dialog treten können.

Verpasse nicht die Gelegenheit, diese Ausstellung zu besuchen, die am 15. Februar dieses Jahres endet. Ich empfehle sie einmal tagsüber und ein weiteres Mal nachts zu besuchen, wenn die Skulpturen im Dunkeln der «Lonja» erleuchtet sind.

Die Ausstellung von Antoni Plensa in der Lonja de Palma ist ein faszinierendes Zusammenspiel von Kunst, Raum und Geschichte